
Eine korrekte Bezeichnung dieser Rasse lautet" Norwegisches Fjordpferde".
Sie werden auch gerne liebevoll abgekürzt als "Norweger""Fjord""Fjordi"
"Fjording" oder auch nur "Fjordpferd"genannt.
Der Name verrät schon die Herkunft.Die Rasse stammt ursprünglich aus
den westlichem Distrikten Norwegens,auch"Vestland"genannt.
Die Landschaft ist dort geprägt von schroffen Bergen,in die die für Skandinavien
typischen Fjorde tief erscheinen.Das ursprüngliche Fjordpferd entstand aus den
Pferden der Wikinger,die auf Ihren Raubzügen Pferde erbeuteten und mit ihren
Pferden kreuzten.Die genaue Rassenmischung von damals ist bis heute noch nicht bekannt.Es besteht eine unübersehbare Ähnlichkeit mit den Przewalzki Pferden,der letzten noch lebenden echten Wildpferderasse der Welt,die in derMongolei heimisch ist.
Zuchtentwicklung
Als die Wikinger sesshaft wurden sorgten sie mit Landwirtschaft und Handel statt
mit Raubzügen für ihren Lebensunterhalt.Deshalb setzten sie ihre Pferde im Ackerbau und zum Transport von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Handelsgütern über die Berge ein. Folglich züchteten sie Tiere, die über eine große Schrittsicherheit, verbunden mit hoher Tragfähigkeit, verfügten. Durch natürliche Selektion, wie zum Beispiel karges Futterangebot und menschliche Auswahl entstand ein kleines, genügsames und robutes Gebiergsarbeitpferd.
Zuchtfortschritt
Im Zuge der wachsenden Landwirtschaft in Norwegen wurde vom Staat um ca. 1820
auch die Fjordpferdezucht erfasst und organisiert.
Bis ca.1876 wurden auch fremdrassige Pferde,überwiegend Döle-Pferde,einer ebendfalls
in Norwegen heimische Kaltblutrasse, eingekreuzt,um die damals noch sehr kleinwüchsigen Fjordpferde (Stockmaß ca.130 cm ) größer und stärker zu züchten.

überzeugen,weil sie oftmals schwierig im Umgang und wenig arbeitswillig waren.
Deshald wurde ab 1886 eine Rassebereinigung durchgeführt,in dem alle nicht
reinrassigen Pferde von der weiteren Zucht ausgeschlossen wurden.Seitdem wird
das Fjordpferd in Norwegen "rein" gezogen,d.h.es wird kein Fremdblut mehr
eingekreuzt.Verbesserungen wurden durch konsequente Selektion innerhalb der Rasse
erreicht.
Durch die fortschreitend Technisierung wurde das Fjordpferd ab den Jahre 1960
aus der Landwirtschaft und dem Transportwesen immer mehr verdrängt.
Der Bestand dieser Pferderasse geht steht stetig zurück.
Fjordpferde kommen in allen Falb-Farben vor, die Mähne ist zweifarbig und meistens so geschnitten, dass sie aufrecht steht. Zur Färbung des Falben gehört immer ein Aalstrich, mitunter sieht man auch zebraähnlich gestreifte Beine. Die Fjordpferde sind in der Regel reinerbige Falben. Es kommen aber auch gelegentlich weitere Farben vor. Folgende Falbfarben finden sich bei den Fjordpferden:
Hellbraunfalbe:
Deckhaar: braunbeige
Aalstrich: im Langhaar schwarz oder schwarzbraun, auf dem Rücken meist dunkelbraun
Maul: Mehlmaul
Äußeres Mähnenhaar: weiß bis hell Cremefarben
Braunfalbe:
Deckhaar: dunkleres braunbeige, manchmal etwas rötlich
Maul: Mehlmaul, gelegentlich auch gleichfarbig mit dem Deckhaar
Äußeres Mähnenhaar: weiß bis Cremefarben
Dunkelbraunfalbe:
Deckhaar: kräftiges, dunkles braunbeige, oft dunkel rötlich, sonst wie Hellbraunfalbe
Maul: gleichfarbig wie Deckhaar, selten Mehlmaul
Fuchsfalbe:
Deckhaar: hell rötlich bis kräftig hellrot / bräunlich
Aalstrich: hell bis dunkel rötlichbraun, manchmal kaum sichtbar
Maul: beim Hellrotfalben Mehlmaul nicht erkennbar, bei den anderen mehr oder weniger
Ausgeprägt
Äußeres Mähnenhaar: weiß bis hellrötlich manchmal hellbraune oder graue Augen oft helle oder gestreifte Hufe, weiße Abzeichen kommen bei Fuchsfalben ehe häufig vor, als bei anderen Farbvarianten
Graufalben:
Deckhaar: hell beigegrau bis kräftig dunkelgrau
Aalstrich: schwarz in der Mähne, auf dem Rücken manchmal dunkelgrau
Maul: Mehlmaul nur beim hellgraufalben, der Kopf ist insgesamt dunkeler als der Körper
Äußeres Mähnenhaar: weiß bis hellgrau
Hellfalbe:
Deckhaar: hell, schaffarben bis weiß
Aalstrich: immer tief schwarz
Gelbfalb:
Deckhaar: wie beim Hellfalben
Aalstrich: wie dem Fuchsfalben, Albinos: schneeweiß, ohne Aalstrich, blau-rötliche Augen.
Albinos fehlen aufgrund eines erheblichen Gendefektes sämtliche Hautpigmente
Äußert empfindlich gegen Sonneneinstrahlung, Sonnenbrand auf Haut und Netzhaut der Augen- der zur Erblindung führen kann – in Folge, Kommen äußerst selten vor.
Die endgültige Farbschattierung des Fjordpferdes wird erst nach dem zweiten Fallwechsel im Alter von ca. einem Jahr sichtbar.
Der Cremellofalbe/Perlinofalbe kann zwar vorkommen, ist aber laut Zuchtstandard nicht erwünscht. Der Zuchtstandard schreibt ebenfalls vor, dass beim Fjordpferd weiße Abzeichen am Kopf oder an den Beinen unerwünscht sind. Bei Stuten werden kleine Abzeichen geduldet, bei Zuchthengsten allerdings nicht.
Das Fjordpferd ist ein typisches kräftiges im barocken Typ stehendes Pony. Mittlerweile werden aber hauptsächlich im sportlichen Typ stehende Pferde gezüchtet. Das Fjordpferd trägt Merkmale alter Pferderassen, die stark an osteuropäische und asiatische Wildpferde erinnern. Es hat eine breite Stirn mit wachen, ruhigen und klaren Augen und den für ältere Rassen typischen Aalstrich. Die Nüstern sind groß.
Der Kopf sitzt auf einem muskulösen, kurzen Hals. Bei dieser Ponyrasse gibt es aber auch sportliche Typen, hier sind die Beine etwas dünner und sie sind im Gesamtbild schlanker. Das kräftige Pferd hat eine starke, breite Schulter und Brust, einen flachen Widerrist und einen elastischen, tragfähigen Rücken. Die kurzen Beine sind stabil und muskulös, manchmal mit Zebrastreifen und leichtem Kötenbehang ausgestattet. Der große, gerade Kopf mit seine ausdrucksvollen Augen und kleinen, spitzen Ohren sitzt auf einem sehr kräftigen Hals. Der Brustkasten ist breit und tief, die Kruppe schräg.
Bereits seit der Zeit der Wikinger ist es Tradition, dem Fjordpferd eine Stehmähne zu schneiden. Bei einer korrekt geschnittenen Mähne stehen die inneren schwarzen Mähnenhaare etwas höher als die hellen seitlichen. So sollen der Aalstrich und der kräftige Hals besser zum Ausdruck kommen